Wir melden uns mal wieder….

Wir melden uns mal wieder, mitten vom Atlantik. Bilder und Video gibt´s später, da dies unser Datenvolumen aufsaugen würde.

Wie ihr ja mitbekommen habt, ist am 21.11. um 13.00 Uhr Ortszeit auf Mindelo der Startschuß zu Leg 2 St. Vincent gefallen. Nicht aber für uns. Wir konnten erst 1,5 Std. später starten. Unser Motor der elektrischen Steuerung war ja einige Meilen vor Ankunft auf Mindelo ausgefallen. Wir wollten diesen ersetzen durch einen Neuen, dies war aber
nicht möglich da es einen solchen Motor auf Mindelo nicht gab und auch nicht schnell genug zu bekommen gewesen wäre.
Der tolle Bootsservice vor Ort bat uns an unseren alten, der in Deutschland verschrottet geworden wäre, mit vorhandenen Ersatzteilen zu reparieren was wir
dankend annahmen. Von hier ein großes Lob an den örtlichen deutschen Bootsservice. Mit neuen Drahtspulen des Elektrischen Rotor war der
Motor dann am Abfahrtstag gegen 11:00 Uhr fertig. Wir mussten diesen dann noch selbst einbauen.

Die ersten beiden Tage waren wir wie immer damit beschäftigt die Segelstellungen und unseren Bobby (Parasailor) in den Griff zu bekommen
und unseren Bordalltag zu meistern. Auch ein großes Dankeschön an Petra F.-Dilger für deinen Tipp, es ist bei 1x spucken geblieben.

So, heute werden wir zum letzten Mal frisches Gemüse kochen können, dann müssen wir Kartoffeln aus der Bilge holen. Bordeinkäufe ist bei Langstreckenfahrten ein großes Thema. Bis auf Las Palmas war unser
Kühlschrank ein Gefrierschrank, sehr zu meiner Freude, da uns so keine Lebensmittel verderben konnten. Andreas fand dies nicht so toll, da dies
enorm an unseren Stromreserven nagte. Deshalb musste ein neuer Regler eingebaut werden. Dies führt dazu, dass jetzt lediglich gekühlt wird und dies nicht durchgängig, wenn das Teil zu voll ist. Ergo kauften wir
weder frisches Fleisch, Würste oder Fisch. Es blieb nicht aus, dass wir viele unserer Lebensmittel (Käse, Salami) an die Fische verfüttern mussten. Zum Dank besuchten uns Delfine zum Sonnenuntergang und zum
Sonnenaufgang umkreisten Wale ganz gemächlich unser Boot. Lediglich ein wenig Salat, Gemüse und Obst kauften wir Last Minute, auch diese Dinge
sind nicht so lange haltbar in der Hitze. Aber macht euch keine Sorgen wir verhungern nicht, immerhin hatten wir in Pirmasens für ca 40 Tage
pfälzer Lebensmittel in Dosen gekauft. Und eine Angel haben wir im äußersten Notfall auch. Eigentlich hoffen wir, dass wir ohne diese auskommen werden. Wunderbar wäre es wenn wir Fischstäbchen am Haken
hätten, nicht wegen dem Geschmack sondern, weil wir nicht wissen, ob wir es übers Herz bringen einen Fisch zu töten. Wir sind mittlerweile so weit, dass wir nachts die Mastbeleuchtung verwenden und nicht mehr die
untere Beleuchtung. Nur so können wir vermeiden, dass uns die fliegenden Fische um die Ohren fliegen. Und was viel schlimmer war, war das wir jeden Morgen ca. 10 Tote dieser süßen Fische an Deck gefunden haben, dass haben wir jetzt zu unserer großen Freude im Griff.

Langsam sind wir wie Rentner… lach… es war uns schon in Las Palmas aufgefallen, dass wir keine Zeit mehr hatten – aber jetzt der endgültige Beweis – sitzen wir die Tage beim Nachmittags Snack Käse, Trauben, Brot und Bier… kommt von Andreas glatt die Frage – Was essen wir eigentlich heute Abend??? – Was sagt Ihr nun???

Ja, uns gehts`s sehr gut Wind und Wellen sind erträglich, wir genießen den Augenblick. Wir können leider weder mit Bildern noch mit Videos das
Schauspiel der Natur würdig zum Ausdruck bringen. Diese Erlebnisse sind wahrhaftig unbeschreiblich. Der Sternenhimmel liegt quasi direkt auf dem
Mast und die Anzahl der Sterne, unzählbar. Sonnenauf-/ -untergänge sind täglich ein Schauspiel in Vollendung. Der Tanz der Wellen ist schöner
anzuschauen als jeder Film im Fernseher.

Liebe Grüßen und bis die Tage

Die Segelpiraten