Überfahrt von Madeira auf die Kanaren

Am 7. OKT 2019 gegen 11:45 Uhr legten wir gemeinsam mit der SY Caroline in Quinta de Lorde auf Madeira ab. Jochen und Natascha hatten wir bereits auf Porto Santo kennengelernt, nachdem sie uns angerufen und auf ein Bier eingeladenen hatten. Sie nehmen ebenfalls an der ARC+ teil und erkannten unser Boot bei der Einfahrt in den Hafen, da sie bereits auch unsere Filme gesehen hatten. Wir freuten uns sehr über ihre nette Einladung.

Vor unser Abfahrt montierten wir noch den neuen Windpilot. Schon beim Ablegen ging es mir nicht gerade gut, es herrschte ein komischer Luftdruck. Ich wollte auf jeden Fall nicht Jammern. Aber bereits nach ca 2 Stunden verschlechterte sich mein Zustand zusehends, ob es von meiner Halswirbelsäule oder Seekrankheit war kann ich nicht sagen. Fest steht, dass ich einige Male mit dem Kopf tief in die Schüssel schauen musste. Wobei ich bisher noch nie erbrechen musste beim Segeln. Selbst meine Logbuch Einträge, die ich normal in 2 Stündigen Abständen erledige, konnte ich nicht mehr tätigen. An Essen oder Trinken war 48 Stunden nicht zu denken, weshalb Andreas gezwungen war sich selbst zu versorgen. Was sich bei dem extremen Seegang mit Wellen von ca. 4 Metern sehr schwierig gestaltet. Bei der daraus entstehenden Kränkung des Boots ist es fast unmöglich sich mit nur einer Hand festzuhalten.

Die beiden folgenden Nächte verbrachten wir, in einer Art Dämmerzustand, man schläft aber irgendwie doch nicht, weil man auf alle Geräusche hört, um zu lauschen, dass auch wirklich alles ok ist. Es könnten andere Boote, Kursabweichungen, mit den Segeln was nicht stimmen oder 1000 andere Überraschungen auftreten. Ich erkläre euch mal unser romantisches Schlafzimmer an welligen Nächten. Dieses wird dann kurzerhand in den Salon verlegt. Wir wechseln uns dann ab, einer darf auf der Bank der Kränkungsseite liegen und der zweite, das bin meistens ich, bekommt ein paar Polster auf den Boden geworfen, Kissen haben wir beide und teilen uns die Zudecke. Es soll ja nicht zu warm werden, damit der Tiefschlaf nicht zu lange dauert, der nächste Ausguck darf nicht verpennt werden.

Ab und an hatten wir per Funk Kontakt zur SY Caroline, diese steuerte dann Richtung Fuerteventura. Wir passierten am 9.10. die Isla Grandios. Die wunderschönen Strände gefielen uns so gut, dass wir versuchten den Hafen anzufunken. Leider ohne Erfolg, also fuhren wir einfach rein. Alsbald erkannten wir einen wild winkenden Marinero. Wir freuten uns bereits, fuhren zu ihm, dann die krasse Ernüchterung, der Hafen ist belegt. Enttäuscht fuhren wir ab.

Unser neues Ziel Marina Lanzarote in Arrecife, gegen 12:25 legten wir an. Nach der Anmeldung ging es gleich mal in den Bootzubehör Shop im Hafen, Andreas findet garantiert immer was, was er dringend benötigt. Dann ab auf Erkundung zur nahen Stadt, bisschen spazieren und gut essen, tut immer gut. Am folgenden Tag stand eine Bootreinigung innen und außen sowie Wäsche waschen an. Nach dem Mittagessen im Hafen überraschte mich mein Liebster mit einer Shopping Tour in die Stadt. Ich mich riesig gefreut, ihr glaubt es nicht wo wir landeten. In 5 Boot Fachgeschäften. Mit vollgepacktem Rucksack liefen wir zurück. Dann ging es richtig los, Anker Sicherheitsharken wurde montiert. Dann zu meiner großen Freude eine neue Armatur im Bad, die schaut übrigens Klasse aus. Nach einem Absacker im Hafen fielen wir müde ins Bett.

Morgens frühstückten wir lecker, gehen einkaufen, tanken Wasser, es ist Zeit aufzubrechen , weil es zieht uns weiter. Wir demontieren den Windpilot, da wir buchten möchten und er uns dabei etwas behindert. Zum Glück hat Andreas diesen meisterhaft konstruiert, ohne neue Löcher zu bohren, dann ist die Demontage mit wenigen Handgriffen erledigt. Endlich um 14:45 Uhr löst Andreas die Leinen. Ich am Steuer, verlassen wir den Hafen, wir tauschten in letzter Zeit die Rolle damit ich mehr Sicherheit bei diesen Manövern erlange. Seit Beginn unseres Törns haben wir ca. 1500 sm, davon ca. 900 sm auf dem Atlantik zurück gelegt.

In Punta de Papagayo werfen wir um 16:23 den Anker. Endlich schwimmen, es ist traumhaft schön. Mit dem Standup Paddel geht’s zum Strand. Wir kraxeln den Berg zum Gipfel Restaurant hoch, leider schon zu. Aber egal, diese Traum Aussicht inkl Sonnenuntergang belohnt uns dennoch. Wir verbringen einen schönen Abend an Bord. Am folgenden Tag machen wir einen Strandtag, essen lecker Paella im Gipfel Restaurant.

Morgen ziehen wir weiter, wohin der Wind uns trägt, hoffentlich Richtung Fuerteventura.

Nachtrag: Natürlich habe ich vergessen zu erwähnen dass wir in jedem Hafen sämtliche Bootzubehör Läden abgeklappert und extrem Shopping betrieben haben. Andreas findet immer etwas, er muss immer was zum Schrauben haben ))))

Viele liebe Grüße
Sandra & Andreas
Die Segelpiraten

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