Straße von Gibraltar

Unsere aufregende Fahrt durch die Meeresenge von Gibraltar, wo ich schon so viel davon gehört hatte, mit dem Segelboot, mit 30 PS, sollte nun endlich beginnen. Gegen 13.00 Uhr legten wir in Gibraltar ab. Der Wind kam uns genau entgegen mit ca. 12 Knoten, trotzdem wollten wir weiter, ja weiter, endlich aus Europa raus, hinaus auf den großen Ocean. Es ist aufregend, ja jeden Tag etwas Neues beschert uns diese Fahrt. Hindurch durch die vielen großen Frachter und Tanker die mit rauschender Geschwindigkeit an uns vorbei ziehen. Die Strömung kam uns genau entgegen. Trotz 2.200 Umdrehungen und mit eingeschaltetem Overdrive am Proppeler, womit wir normalerweise so ca. 8 Knoten schnell sind, sank unsere Geschwindigkeit ab bis auf 2,4 Knoten. Wir dachten schon, dass wir umkehren müssten. Über mehrere Stunden hielten wir dagegen an und dann, auf einmal ging es aufwärts, schrittweise wurden wir schneller. Gegen Abend bereitete uns Sandra ein gelungenes Abendessen, das wir bei der Fahrt gegen die Strömung, ohne viel Geschaukel, geniessen konnten. Sandra hatte ja die Idee, Tanger in Marokko anzulaufen, um dort noch zwei Nächte zu verbringen und uns die Kultur und diese schöne Stadt anzuschauen, bevor unser erster großer Schlag über den Atlantik von ca. 550 Seemeilen nach Madeira beginnen sollte. Wir wussten ja, dass man in diesem Revier in der Nacht vorsichtig sein sollte wegen nicht beleuchteter Fischerboote, dachten, dass dieses Thema jetzt durch sei, da wir inzwischen kurz vor der Hafeneinfahrt waren. Plätzlich erkannten wir direkt vor uns ein riesiges Schiff mit einer Funzelbeleuchtung die im Licht der Stadt total unterging. Glücklicherweise konnten wir gerade noch ausweichen und zack, das nächste kleinere Schiff. In Tanger erlebten einen netten Empfang am Zollsteg der Marina, die übrigens sehr modern und gut ausgestattet ist. Eine Hilfsbereitschaft der Marineros welche mit Worten nicht zu beschreiben ist und die wir bislang in keiner anderen Marina so vorgefunden hatten. Am nächsten Morgen fühlte sich Sandra unwohl wegen Kopfschmerzen. Da wir Geld tauschen mussten war es notwendig, dass ich alleine ein bisschen durch die Stadt ziehen musste. Dabei lernte ich Aduhl kennen, einen sehr netten Marokkaner. Er zeigte mir auf einem 2stündigen Spaziergang alle wichtigen Plätze der Stadt. Ebenfalls gab er mir noch ein paar Tipps zu den Gewohnheiten in dieser orientalischen Stadt. Wir erlebten gemeinsam einen wunderschönen Abend alla “ 1000 und 1 Nacht“ mit vorzüglichem Essen, bevor es am nächsten Tag morgens wieder los ging.

Tip für Segler die evtl. Tanger anlaufen möchten:
Wir können nur gutes Berichten. Bei unserer Ankunft so ca. 23.00 Uhr machten wir am Zoll Empfangssteg fest wobei sich die Marineros fast überschlagen hatten um uns beim Festmachen zu Helfen. Das Ein- und Ausklarieren ist sehr problemlos. Nachdem die Papiere erledigt waren kamen 3 Zollbeamte auf unsere Santa Esmeralda, dies war auch nicht unangenehm und wurde bei der Abfahrt genau so gehandhabt. Drohnen sind nicht erwünscht, sie werden für die Dauer des Aufenthaltes vom Zoll eingezogen. Danach bekamen wir unseren Liegeplatz zugewiesen, dort das selbe Spiel zwei Marineros halfen uns beim Festmachen. Morgens gingen wir zum Marinebüro wo wir uns noch anmelden und unsere 2 Übernachtungen bezahlen mussten. Die Marina ist ein Highlight und in jeder Hinsicht Top und eine der Besten die wir bisher angelaufen hatten. Auch die Gebühr für die Nacht war unter 10 EURO inklusive Strom und Wasser. In Tanger selbst hatten wir sehr gute Erfahrungen gemacht. In unserem Film von Gibraltar nach Tanger könnt ihr unseren Aufenthalt ansehen und wir freuen uns über einen Daumen hoch sehr. Fragen über das Ein- und Ausklarieren beantworte ich sehr gerne meine Mailadresse ist auf der Homepage.
LG die Segelpiraten