St. Vincent… wir haben es geschafft…

St. Vincent… wir haben es geschafft… wir können es noch immer nicht glauben…

Nach 15 anstrengenden Tagen sind wir glücklich und erschöpft am frühen Morgen des 7. November angekommen. Kurz vorm Ziel mussten wir noch einen Squall durchleben, der 5. übrigens in den letzten Tagen. Es waren pro Nacht 2, wodurch die Nächte fast schlaflos waren. Die Überfahrt ansich brachte uns wie erwartet auch Probleme. Am 10. Tag mussten wir den Motor starten, um unsere Batterien aufzuladen. Nach dem drücken des Startknopf lief der Motor an, jedoch nur kurz, der Schreck saß tief, 1. Frage weshalb und 2. was tun wenn die Batterien leer werden und wir keinen Strom mehr haben für Licht, Navigation usw. Andreas musste fast das halbe Boot zerlegen nachdem er die Dieselfilter schon gewechselt hatte und kein Sprit mehr kam… was ist hier eigentlich los???Nach langer Suche war das Rätsel gelöst. Der Eigner vorher hatte ein zusätzliches Absperrventil einbauen lassen, aber nicht in der Nähe vom Tank oder Motor, nein in der Achterkabine, wo es keiner vermuten würde. Das Absperrventil war ein Gashahn… hm hätten wir nie gedacht. Aber nun ja, als Andreas ihn abgebaut hatte, war eine Faser darin, die wir uns beim Tanken geholt hatten. Ja die Aktion dauerte Stunden und nicht, dass es alles sein sollte. Andreas schraubte noch immer unten im Boot und war ziemlich nervös. Während ich mich oben mit Delfinen eine Stunde verspielte, sah ich plötzlich Schlechtwetter auf uns zukommen. Ich rief Andreas und sagte, ich denke da kommt ein Squall und er genervt… ist mir gerade ziemlich egal… keine 5 Minuten später ging dann die Post ab. Das hätten wir niemals erwartet, es war ja unser erster Squall. Urplötzlich mit vollen Segeln in der Schmetterling Stellung ging es ab, das Boot von 175 Grad Wind auf 90 Grad, über 30 Knoten Wind und Regen, dass man nichts mehr sah, hola die Waldfeh, es ging ab. Ja, die Sache hatte, wir tropfnass schnell im Griff, die Segel gerefft und die Fahrt ging durch Regen und Wind weiter. Dann war wieder Ruhe jedoch nicht allzu lange. In der 14. Nacht bemerkten wir, dass unser Windpilot ausgefallen war, wir suchten fast die ganze Nacht nach der Ursache. Es war ein Kabelbruch unter der Deckseinführung, den wir lokalisiert hatten und das Kabel kürzen mussten, was man als Meisterleistung bezeichnen muss, bei diesem geschaukel. Hui wir hatten auch dieses Problem im Griff. Ja, die Nächte die endlosen Nächte die nicht vorüber gingen und dann je Näher wir der Karibik kamen, kam ein Squal nach dem anderen, denen wir rechtzeitig auf dem Radar erkannt, etwas ausweichen konnten. Andreas hatte die letzten fünf Nächte fast nicht mehr geschlafen, um uns sicher nach St. Vincent zu bringen. Wir haben es geschafft mit unserer geliebten Nussschale, Santa Esmeralda, noch dazu in einer guten Zeit. Diese Infos jetzt mal zum Anfang, wir werden weiter Berichten von unserer Überfahrt, denn es gibt noch viel zu Erzählen.

LG Segelpiraten
Sandra & Andreas