Gefangen im Paradies

Hallo liebe Freunde, Segelkollegen, der Segelpiraten, wir haben mit Erstaunen einen Bericht gelesen, der uns schockierte. Die Überschrift „Gefangen im Paradies“, als Aufhänger. Mit der Aussage es handele sich um reißerische Überschriften. Wie kann jemand diese Behauptung aufstellen, wenn er die Situation auf anderen Inseln nicht einschätzen kann? Andere so darzustellen und im Nachgang zu schreiben, wie toll es ihm selbst geht, verstehen wir nicht. Schön, wenn man zum Imbiss Essen gehen kann und alles zum Einkaufen bekommt was das Herz begehrt, weil es auf dieser Insel alles im Überfluss gibt. Naja, wir möchten das mal aus unserer Sicht darstellen. Wir stehen in Carriacou, eine kleine Insel die zu Grenada gehört. Glücklicherweise liegen wir in der Tyrell Bay Marina am Steg. Das heißt für uns, wir dürfen uns auf der Insel bewegen, wie Einheimische. Diesen Vorteil haben wir, aber hier ist das Einkaufen sehr beschränkt, es gibt Grundnahrungsmittel, aber im großen ganzen, mehr nicht. Die Segler, die in der Bucht vor Anker liegen, dürfen ihr Boot nicht verlassen, weder zum Einkauf noch sonst was. Sie dürfen an den Steg, der Carriacou Marina kommen, um dort die telefonisch bestellten Waren abzuholen. Das klappt beschwerlich. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön, an die überlasteten Helfer. Sandra und ich wollten mit unserem Artikel GEFANGEN IM PARADIES Aufmerksamkeit schaffen für die Situation der Segler im Ankerfeld. Nicht für uns, wir kommen klar, wir könnten uns den ganzen Tag am Boot verweilen, oder schwimmen. Aber was tun wir, wir haben uns bereit erklärt, seit Beginn der Quarantäne, einkaufen zu gehen für die Segler, die vor Anker liegen. Ihnen Geld zu besorgen usw. Wir setzen unsere Sicherheit und Gesundheit mehr aufs Spiel, als wenn wir nur hier herumsitzen. Wir sind von Anfang an bei der whatsap Gruppe Sailing Home dabei. Wir finden, es soll innerhalb der Gruppe sachlich diskutiert werden, wie wir alle sicher nach Hause kommen. Wobei Sandra und ich absolut kein Problem haben mit unserer Santa Esmeralda den Heimweg nach Europa zurück zu segeln. Und jetzt mal, wie Einige das nennen Luxusproblem, ich versteh gar nicht wo das Problem ist, die haben sich ja selbst dort hin gebracht, wer rüber gesegelt ist kann auch zurück segeln. Da vertreten wir die Auffassung, einige Personen haben den Faden komplett verloren und sind total realitätsfremd. Hier stehen etliche Segler, jenseits der 70, die irgendwann mal in die Karibik gesegelt sind. Schon seit Jahren bringen sie ihr Boot in der Hurrikan Saison nach Grenada, Trinidad oder sonst wo auf das trocken Dock und fliegen in dieser Zeit heim. Wir haben uns mit vielen Menschen unterhalten und waren teils erschüttert über Einzelschicksale. Menschen mit Herzproblemen die Crew einfliegen lassen wollten oder andere Boote, die seit Jahren hier in der Karibik herumsegeln, ohne jegliche Sicherheitsausrüstung. Es gibt unzählige Boote die vielleicht gar nicht mehr so sicher sind, für die vielen Tage und Nächte, über den Atlantik. Es fehlt eventuell an Liquidität oder es ist keine Modernisierung möglich, da im Moment hier alle Läden und Marinas geschlossen sind. Was sollen diese Menschen tun? Das schlimme dabei, wir sprechen von 2er Crew oder ein Mann Besatzung, für diese Menschen wollten wir uns einsetzen. Könnt ihr euch vorstellen wie es sich anfühlt, wenn du dich mit einem Mann über 70 unterhälst und der dich fragt was er tun soll wenn vor der Hurrikane Saison die Marinas nicht öffnen. Und er eigentlich auf seinem Boot sterben wollte und er sich mit dem Gedanken beschäftigt sein Boot in der Nacht versenken zu wollen. Leute merkt ihr eigentlich, dass es Menschen gibt, die verzweifelt und alleine mit ihrem Boot sind und niemand zum reden haben weil sie gefangen im Paradies sind? Ja, vielleicht sind viele Artikel übertrieben, aber wenn man es verharmlost, findet es dann Gehör? Vielleicht sollten manche sich mit ihren Äußerungen in dieser ohnehin schweren Zeit zurücknehmen, weil die Bedingungen von Insel zu Insel sehr unterschiedlich sind.

Hier herrscht glaubt es uns, einer der strengsten lookdown, es werden Leute verhaftet die sich nicht an die Regeln halten. Die Überwachung erfolgt sogar durch Drohnen. Mittlerweile sind die Supermärkte noch 3x wöchentlich stundenweise geöffnet. Täglich gibt es neue verschärfende Hiobsbotschaften. An manchen Tagen gibt es hier kein Wasser, dennoch hat sich ein hilfsbereiter Segler bereit erklärt mit seinem Wassermacher die in Not geratenen zu versorgen.